1956 - 1968

Bereits Ende der 50er Jahre gab es in Geislingen einen Bergungszug des Zivilen Bevölkerungsschutzes (ZB) - eine Einheit im Rahmen des Zivilschutzes der Bundesrepublik Deutschland. 1956 wurde mit dem Aufbau einer Bergungsgruppe in Gruibingen begonnen, die schließlich Teil der Geislinger Einheit werden sollte. Zur Auswahl der Führungskräfte wurden die Interessenten ins Rathaus bestellt, wo die Wahl schließlich auf Horst Nägele, damals Maschinist bei der Freiwilligen Feuerwehr Gruibingen, fiel. Nicht nur dieser Umstand sorgte für ein zunächst angespanntes Verhältnis zur Feuerwehr: Durch die Uniformen und die Lackierung der Fahrzeuge fühlten sich viele Gruibinger an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Darüber hinaus stammten Teile der Ausrüstung damals tatsächlich aus ehemaligen Beständen der Wehrmacht.

Das knappe Dutzend Gruibinger Zivilschützer hatte bereits damals einen Mannschaftslastwagen zur Verfügung. Auch konnte die gesamte Ausstattung der Bergungsgruppe auf diesem verlastet werden, denn diese passte in eine einzige Holzkiste auf der Ladefläche. Die Gerätschaften waren auf Atemschutzmasken, ein Strahlenmessgerät, Seile und Umlenkrollen begrenzt.

Die Gemeinde stellte der Bergungsgruppe damals einen Raum im „Farrenstall“ zur Verfügung, der gleichzeitig als Aufenthaltsraum, Umkleide und Garage diente.

1968 - 1973

Die Führung der Gruibinger Bergungsgruppe wurde von Horst Nägele an Walter Lüberink übergeben. Die Ausbildung der Helfer fand weiterhin einmal wöchentlich in Gruibingen und alle vier Wochen in Geislingen statt. Gruppenführer Lüberink stellte für die Ausbildung in Gruibingen eine Scheune zur Verfügung, in der ein Übungs- sowie ein Schulungsraum angelegt wurden. Zusätzlich war weiterhin der Mannschaftslastwagen in Gruibingen stationiert. Zuerst blieb das Fahrzeug im "Farrenstall" untergestellt, später wurde dann eine Scheune in der Nähe des Friedhofes genutzt, die Frau Rosa Straub freundlicherweise zur Verfügung stellte. Diese Scheune wurde dann von den Helfern in Eigenleistung zu einer vollwertigen Garage ausgebaut.

In dieser Zeit wurde der Geislinger Bergungszug im Zuge der Umstrukturierung des Zivilschutzes in das Technische Hilfswerk eingegliedert. Hierbei blieb die Gruibinger Bergungsgruppe weiterhin ein Teil des Bergungszuges des Ortsverbands Geislingen.

1973 - 1976

Im Jahr 1973 kam es zu schwerwiegenden Differenzen zwischen den Helfern der Ortsgruppe Gruibingen und dem damaligen Gruppenführer Walter Lüberink. Daraufhin wurde die Gruppe von Gerhard Ulmer übernommen.

Die  Gemeinde bot der Bergungsgruppe nun eine leer stehende Baracke hinter der „alten Turnhalle“  zur Nutzung an. Mit viel Elan, Engagement und finanziellen Eigenleistungen begannen die Helfer, die Baracke zu renovieren und auszubauen.
Nachdem die Gruppe nun auch eine eigene Unterkunft hatte, wurde mit der Verbandsleitung in Geislingen vereinbart, das jeweils zwei Ausbildungsdienste der Helfer in Gruibingen, danach einer in Geislingen durchgeführt werden soll.
Allerdings entfernten sich die beiden Gruppen voneinander, sodass die gemeinsame Ausbildung von Sticheleien und Provokationen geprägt war, obwohl die Gruibinger Helfer einen Großteil des Bergungszuges stellten.
1975 war an eine geregelte Zusammenarbeit der beiden Gruppen nicht mehr zu denken. Die Helfer der Ortsgruppe Gruibingen beschlossen in einer Versammlung, das THW zu verlassen und anderen Rettungsorganisationen beizutreten - hier waren bereits Kontakte zu Feuerwehr und dem Roten Kreuz geknüpft worden. Weiterhin wurde eine dritte Möglichkeit in Betracht gezogen: Einen selbstständen Ortsverband zu gründen. Gerhard Ulmer und der damalige Gruibinger Bürgermeister Walter Kuhn beantragten die Gründung eines Ortsverbandes bei der THW-Leitung in Bonn. Nach einigem Hin und Her wurde der Bitte entsprochen und die Ortsgruppe Gruibingen wurde ein vollwertiger Ortsverband. Die offizielle Gründungsfeier fand am 01.04.1976 statt. Bürgermeister Kuhn wurde zum Ortsbeauftragten berufen, übernahm jedoch nur den repräsentativen Teil und hielt sich bei organisatorischen und technischen Fragen im Hintergrund. Gerhard Ulmer wurde als Zugführer, Rudi Arndt als Gruppenführer eingesetzt. Da in Göppingen und Geislingen bereits Bergungszüge stationiert waren, wurde dem Ortsverband Gruibingen ein Instandsetzungszug zugeteilt. Die Gründung wurde im Sommer mit einem großen Fest und allerlei Prominenz, z.B. auch dem damaligen Bundestagsabgeordneten und späteren Verteidigungsminister Manfred Wörner gefeiert.

1976 - 1980

Der neugegründete Ortsverband musste das Fahrzeug, das bisher in Gruibingen stationiert war, wieder nach Geislingen abgeben. Im Gegenzug wurde ein Mannschaftslastwagen (MLW) Hanomag AL28 in Gruibingen stationiert.
Die Baracke hinter der Turnhalle wurde zur Unterkunft umfunktioniert - die Garage am Friedhof konnte ebenfalls weiterhin genutzt werden.
Als Gerät war ein "Rohrlegungssatz" vorhanden - mehr Material stand nicht zur Verfügung. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten waren die Dienste damals sehr gut und vor allem sehr Kameradschaftlich. Die Mannschaft des THW Gruibingen ging miteinander durch dick und dünn.

Anfang 1979 wurde leihweise ein Magirus-Deutz Merkur als MLW stationiert. Ein richtiger Lastwagen, der nur von geübten Fahrern bewegt werden konnte - ohne Servo-Lenkung, unsynchronisiert und mit Stockschaltung.

Neben dem neuen Fahrzeug gab es auch einen Wechsel in der Führungsmannschaft: Gerhard Ulmer wurde zum stellvertretenden Ortsbeauftragten berufen, Rudi Arndt übernahm das Amt des Zugführers.

Zur Gründung der Stützpunkt-Feuerwehr in Gruibingen erhielt der Ortsverband dann leihweise einen Daimler-Doppelkabiner 407D - einen sog. IKW - aus dem Ortsverband Hechingen. Das Fahrzeug wurde für den Ortsverband provisorisch ausgerüstet und am 05.04.1979 offiziell durch den Bürgermeister Walter Kuhn übergeben.

Bereits 1977/1978 sollte der Ortsverband sechs dieser Fahrzeuge erhalten, jedoch waren nicht ausreichend Garagen vorhanden - und das war ein Problem. Die Zuständigen übertrafen sich mit Aussagen wie "Keine Fahrzeuge ohne Garagen" und "Keine Garagen ohne Fahrzeuge". 1979 wurden dann als Übergangslösung LKW-Boxen bei der Firma Kurt Moll Tankwagen angemietet und Ende des Jahres kam die Anforderung an den Ortsverband, mehrere Fahrer zur Überführung von Fahrzeugen zu stellen. Rudi Arndt und Gerhard Ulmer fuhren mit 16 weiteren Fahrern nach Köln, um insgesamt 18 DB-409 Doppelkabiner abzuholen.

Sechs der Fahrzeuge wurden in den Geschäftsführerbereich Freiburg, der Rest in den Geschäftsführerbereich Esslingen überführt. Nach der Anmeldung wurden sechs Fahrzeuge im Ortsverband Ostfildern und die restlichen sechs im Ortsverband Gruibingen stationiert. Für den jungen Ortsverband und seine stolzen Helfer ging ein Traum in Erfüllung.
Nach der Übergabe der Fahrzeuge wurde das Leihfahrzeug wieder an den Ortsverband Hechingen zurück gegeben.

Leider gab es immer noch ein Problem mit den Garagen - die Boxen bei Fa. Kurt Moll waren klein, eng und offen - als dauerhafte Lösung konnte man dies nicht bezeichnen.

Seit einiger Zeit beobachtete Zugführer Arndt das Gelände der Firma Polenski & Zöllner. Das Gebäude stand leer und auf der Freifläche wurde zwar Material gelagert, es schien sich jedoch, dass das Gelände nicht weiter bewirtschaftet wurde. Auf Nachfrage teilte Gemeinderat Walter Eberhard mit, das das Gebäude vermietet sei.
Nachdem sich am Gebäude nach einiger Zeit noch immer leer stand, unterbreiteten Rudi Arndt und Gerhard Ulmer dem Ortsbeauftragen - und Bürgermeister - Walter Kuhn einen Vorschlag...

Ortsbeauftragter Kuhn setzte sich daraufhin mit der Firma Polenski &Zöllner in Verbindung und fragt nach, ob eine Vermietung der Liegenschaft an das THW möglich wäre. Seitens Fa. Polenski sprach nichts dagegen, die Halle und das Verwaltungsgebäude an das THW zu vermieten - nur die Freifläche würde weiterhin als Materiallager benötigt werden. Nach der Absprache dieser Möglichkeit mit der THW-Leitung war der Vertrag dann Anfang 1980 spruchreif.
Nach der Bekanntgabe des Erfolges wurde der Mietvertrag durch Fa, Kurt Moll kurzfristig gekündigt und den Helfern eine mehr als kurze Frist gesetzt, die Fahrzeuge vom Gelände zu entfernen.
Auf Initiative von Walter Kuhn wurde veranlasst, das der Mietvertrag für die neue Halle unterzeichnet wird und die Fahrzeuge ab sofort auf dem Gelände abgestellt werden konnten.

1980 - 1988

In den Jahren 1980 und 1981 wurde die Unterkunft von den Helfern so weit renoviert, dass diese vom Ortsverband für den regulären Dienstbetrieb genutzt werden konnte. Das Gebäude war innen in einem sehr schlechten Zustand, so dass mit viel Eigenleistung und eigenen Mitteln ein Zustand erreicht wurde, bei dem sich alle Helfer wohl fühlten.Viele Firmen hatten mit Geld und Sachspenden geholfen und vor allem Gerhard Ulmer war unermüdlich unterwegs, um Spenden und Material zu beschaffen - und wo es gefehlt hat, hat er mit privaten Mitteln weiter geholfen.Alles in Allem war dies bereits der dritte Umbau des Ortsverbandes, bei dem sich alle Helfer und Angehörigen sowohl mit Arbeitsdiensten als auch mit privatem Engagement beteiligt haben.Ende 1980 wurde der Fuhrpark dann weiter aufgestockt und der Ortsverband konnte einen Kipper - einen DB 1113 Allrad sein Eigen nennen.im Jahr 1981 wurde die Unterkunft offiziell eingeweiht. Es waren zwar noch nicht alle Arbeiten vollendet - dies geschah so nach uns nach - aber sie war bereits "bewohnbar" und es konnten reguläre Dienste durchgeführt werden. Die ca. 800 Tonnen Stahl, die zu dieser Zeit noch auf dem Gelände lagerten, waren hier natürlich ideal...Am 31.05.1984 wurde der erste Tag der Offenen Tür des Ortsverbandes abgehalten. Nach und Nach wurde der "Himmelfahrtshock" eine Tradition, die sich bis in das Jahr 1999 gehalten hat und war weit über Gruibingen bekannt war.1987 kam dann der Schock für die Helfer - die Firma Polenski & Zöllner musste Konkurs anmelden und der Mietvertrag der Unterkunft wurde auf den 31.12.1988 gekündigt. Die Helfer waren tief enttäuscht - unzählige Stunden und Mittel waren in das Gebäude investiert worden und nun stand wieder alles vor dem Aus.Als "Notnagel" versuchten OB Kuhn, stv. OB Ulmer und ZF Arndt alle Hebel in Bewegung zu setzen, das der Staat das Gelände und die Unterkunft ankauft - was nicht überall auf offene Ohren gestoßen ist. Trotz vergeblichen Versuchen der Ortsverbandsführung ging dies bis Ende 1988 und die Helfer sahen sich schon wieder aus dem Gebäude ausziehen.Beim letzten Termin, Ende November, saßen alle involvierten Personen - das Hochbauamt, die Oberfinanzdirektion, der Insolvenzverwalter, Kaufinteressenten, Vertreter des Technischen Hilfswerks und Bürgermeister Kuhn im Rathaus in Gruibingen zusammen und waren sich einig - das Gelände und das Gebäude sollte vom THW gekauft werden und in Bundesbestand übergehen. Bürgermeister Kuhn nutzte die Gunst der Stunde und rief den zuständigen Notar in Wiesensteig an, so dass die Transaktion zehn Minuten später in trockenen Tüchern war.

Nun konnte das Gebäude auf den heutigen Stand ausgebaut werden. Wie in der Geschichte des OV Gruibingen bereits üblich wurde das Gebäude mit viel persönlichem Einsatz der Helfer an die Anforderungen angepasst.

1988 - 2010

Der Ortsverband hatte nun endlich eine eigene „richtige“ Unterkunft. Während es innerhalb des Ortsverbands wenige Veränderungen gab, machte sich ein äußeres Ereignis in den frühen 90ern deutlich bemerkbar:

Die Wende und damit das Ende des Kalten Krieges wirkten sich selbstverständlich auch auf den Ortsverband Gruibingen aus.

So kamen zu den winterlichen Einsätzen am verschneiten Aichelberg an der A8 nun auch einige Hilfsgütertransporte in die ehemalige Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten hinzu. Hier war der Ortsverband Gruibingen unter anderem an Transporten nach Kiew und nach St. Petersburg beteiligt. Auch erfolgte innerhalb des THW eine Umstrukturierung. Die Instandsetzungszüge wurden aufgelöst und das heutige System der Technischen Züge mit zwei Bergungsgruppen, einem Zugtrupp und einer Fachgruppe wurde eingeführt. Die 1979 erhaltenen Fahrzeuge mussten wieder abgegeben werden.  Jedoch sah das neue System für die Bergungsgruppen je einen Gerätekraftwagen vor, die noch heute im Bestand des Ortsverbands sind.

1989 wurde die THW-Helfervereinigung Gruibingen e.V. gegründet. Diese hatte den Zweck die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zu untersützen.

Ende der 90er steuerte der ortsverband auf große Personalschwierigkeiten zu: Die Verpflichtungszeiten vieler Helfer endeten innerhalb kurzer Zeit, während es gleichzeitig zu Differenzen innerhalb des Ortsverbands kam.

So begann der Ortsverband Gruibingen das neue Jahrtausend, wie er 1976 gegründet wurde. – Mit knapp einem Dutzend Helfern. Unter neuer Führung durch den damaligen Ortsbeauftragten Tobias Thestorf und Zugführerin Stefanie Ries begannen die Helferzahlen wieder zu steigen.

2003 wurde die Jugendgruppe gegründet

2010 - heute

Anfang 2010 wurde der alte Jugendbus (VW T3) abgelöst. Dem THW Gruibingen wurde ein neuer VW-BUS T5 dem OV-Stab zugewiesen.                                                 

2010 begann der Bau der neuen Unterkunft im Riederweg. Dieser war erforderlich da die Gemeinde das bisherige Grundstück als Kommunaler Bauhof zusammen mit der Gemeinde Mühlhausen im Täle benötigte. Im Oktober 2010 wurde Richtfest gefeiert.

Anfang 2011 konnte man ein weiteres neues Fahrzeug in den Dienst nehmen. Die Beleuchtungsgruppe erhielt ein MLW IV.

Im April 2011 wurde einer der ersten Mini-Gruppen Landesweit gegründet.

Im August 2011 konnte man in die neu gebaute Unterkunft einziehen. Dieser Umzug wurde von den Helfern in Eigenleistung getätigt.

Dieses Ereignis wurde groß mit einem Tag der offenen Tür und einer Party gefeiert.

Der kräftezehrende Umzug ist nicht spurlos an den Helfern vorbei gegangen. Im  Mai 2012 wurde Steffen Kulla als Ortsbeauftragter berufen. Karl Herzer als dessen Stellvertreter.

In den kommenden Jahren hatte man noch einiges zu tun. Nach und nach wurden neue Regale, Möbel und sonstige Einrichtung beschafft um die neue Unterkunft einzurichten.

Im Oktober 2015 übernahm Matthias Göhring das Amt des Ortsbeauftragten und Tobias Fischer das Amt des Zugführers.